Casa Walter Zielke, Valparaiso

Hervorgegangen aus der Arbeit mit den Jugendlichen in der Casa Walter Zielke, bietet das Studentenwohnheim Walter Zielke inzwischen 30 Studenten und Studentinnen aus dem Aconcagua-Tal ein Zuhause in Valparaiso, deren Unterkunft und Lebensunterhalt durch sie selbst oder ihre Familien nicht bestritten werden kann. 80% der jungen Frauen und Männer sind die erste Generation in ihrer Familie, die die Möglichkeit bekommt zu studieren.

Der Bedarf für eine studentische Unterkunft in Valparaiso ist groß, denn das Angebot an Studiengängen in San Felipe und Los Andes ist beschränkt, so dass vielen Jugendliche nur der Umzug in die Regionshauptstadt Valparaiso oder das benachbarte Viña del Mar (ca. 106 km westlich von San Felipe) bleibt. Der chilenische Staat bietet zwar inzwischen einige Stipendien und Studienkredite an, die auch Jugendlichen aus Familien mit geringen finanziellen Mitteln einen Zugang zur Hochschulbildung ermöglichen sollen. Diese decken jedoch - wenn überhaupt - nur die Studiengebühren ab, nicht aber die Kosten für Unterkunft, Studienmaterial und Lebensunterhalt, die für viele Familien nicht finanzierbar sind.

Das Studentenhaus Valparaiso beruht auf der Selbstorganisation der Jugendlichen. Sie selbst übernehmen Verantwortung für die Oraganistaion des Zusammenlebens und die Haushaltsführung. Unterstützt werden sie dabei von Andrés Bernal und Fernando Aguilera (selbst Ehemalige des Studentenhauses Walter Zielke), die die Verwaltung und tägliche Betreuung der Jugendlichen übernommen haben sowie Claudio Gregoire (Psychologe) und Mario Sottolicchio (Direktor). Ihnen geht es nicht nur darum, nur eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen, sondern auch die Entwicklung sozialer Kompetenzen des Zusammenlebens und einer Einstellung der Verpflichtung gegenüber Umwelt und Gesellschaft zu fördern.

Die Jugendlichen selbst haben sich vorgenommen, in jedem Semester einmal eine größere Aktion (z.B. eine Tombola) zur Unterstüzung des Hauses durchzuführen. Viele von ihnen steuern monatlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Betrag für das Projekt bei. Das Forum für internationale Friedensarbeit unterstützt das Haus mit Mitteln aus dem Ausbildungsfonds.

Entstehungsgeschichte

Die Geschichte des Studentenhauses begann, als die ersten Jugendlichen aus der Casa Walter Zielke in San Felipe, ihre Schulausbildung abschlossen. Ohne eine Berufsausbildung waren ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt jedoch nur sehr gering einzuschätzen und Mario Sottolichio, Direktor der CWZ, sah die positive Entwicklung vieler Jugendlichen gefährdet, wenn sie in die Arbeitslosigkeit und damit zurück in Kreislauf der Armut gelangen würden. Berufsausbildung bedeutet in Chile immer ein Studium an einer Universität, an einem Institut oder einer Fachschule. Eine duale Berufausbildung wie in Deutschland gibt es nicht.

Da die Studienmöglichkeiten in San Felipe und Los Andes sehr begrenzt sind, mietete man mit Unterstützung des Forums für internationale Friedensarbeit ein Haus in Valparaiso an, das im Laufe der Zeit auch für andere Jugendliche des Aconcagua-Tals, die vor ähnlichen Problemen standen, geöffnet wurde.

Freiwilligenberichte
13.08.2017: Sabrina Jamshidi
Familie und Zusammenhalt
02.07.2017: Luisa Purfuerst
3. Rundbrief
02.07.2017: Isabell Ressel
3. Rundbrief
30.04.2017: Olivia Delahaye
3. Rundbrief
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