Geschichte

Das Forum für Internationale Friedensarbeit (FiFAr) e.V. in Essen reicht mit seinen Wurzeln zurück ins Jahr 1976, ist damit eine der ältesten Dritte Welt/Eine Welt-Gruppen und seit nunmehr 30 Jahren in Essen aktiv.

Auslöser für die Gruppengründung war die Vorbereitung und Unterstützung eines Hungerstreiks chilenischer Flüchtlinge in Essen gegen die Menschenrechtsverletzungen der damaligen Militärdiktatur in ihrer chilenischen Heimat und der gemeinsame Protest von Deutschen und Chilenen gegen die zögerliche und beschwichtigende Haltung der deutschen Politik gegenüber den Militärs in Chile.

Einige Zitate aus den ersten Wochen des Militärputsches unter Führung von General Pinochet im September 1973 nach dem Sturz der Regierung Allende ergeben einen Eindruck von der damaligen Situation:

Wolf Grabendorff, Südamerika-Korrespondent des ARD-Fernsehens am 25.September 1973 über eine von den Militärs organisierte "Besichtigung" des Nationalstadions. "Mehr als 10.000 Gefangene sollen in diesem Stadion gefangen gehalten werden. 80 Journalistenkollegen werden genauso von den Militärs bewacht wie alle anderen. Ihr Verbrechen war kein anderes, als an die Regierung (Allende) zu glauben. Niemand weiß genau, wie viele von ihnen verwundet, wie viele erschossen worden sind. Es ist den ausländischen Journalisten verboten, mit den Gefangenen zu sprechen. Doch sind die Rufe von Hunger, Angst und Erschießung nicht zu überhören.

Dazu der frühere Generalsekretär der CDU Bruno Heck nach einem Besuch in Chile in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 18.Oktober 1973: "Das Leben im Stadion ist bei sonnigem Wetter recht angenehm."

Prensa Latina (lateinamerikanische) Nachrichtenagentur vom 15. September 1973: "der anhaltenden Hexenjagd gegen alle progressiven Kräfte in Chile sind bereits Tausende zum Opfer gefallen. Die faschistischen Truppen der Militärjunta unter General Augusto Pinochet Ugarte haben in dem Andenland ein Blutbad unvorstellbaren Ausmaßes angerichtet. Die Zahl der Todesopfer soll sich mindestens auf 4000 belaufen."

Zur Bonner Position gegenüber der Junta schreibt der DER SPIEGEL am 8.Oktober 1973: "auf Hilfe aus Bonn müssen die chilenischen Generale gleichwohl nicht verzichten. FDP-Chef Walter Scheels Außenamt nahm nach anderthalbwöchiger "Denkpause" diplomatische Beziehungen zum neuen Regime auf. Und bei schönen Gesten allein wird es nicht bleiben. Noch im November sollen 15.000 Tonnen Weizen im Wert von elf Millionen Mark geliefert werden. Außerdem liegt den Chilenen ein unterschriftsreifer Vertrag über einen Warenkredit von rund 21 Millionen Mark vor.

Es ist daher kein Zufall, dass unter den Gründungsmitgliedern von FiFAr Chilenen waren und es ist auch kein Zufall, dass sich FiFAr der demokratischen Entwicklung in Chile besonders verbunden fühlt. Einer von FiFAr, Mario Sottolichio ist mit der Redemokratisierung 1989 nach Chile zurückgekehrt und hat ein Jungenwohnheim gegründet. FiFAr hatte es sich damals vor 16 Jahren zur Aufgabe gemacht, dieses Vorhaben und weitere - in den letzten 16 Jahren hinzugekommene - Projekte zu unterstützen. Das wichtigste Ziel der Projektpartnerschaft zwischen FiFAr e.V. und dem Jungenheim "Casa Walter Zielke" dem ersten von FiFAr unterstützten Projekt, in San Felipe Chile, war von Anfang an für Kinder und Jugendliche Bedingungen zu schaffen, die ihnen eine geregelte Schulausbildung ermöglichen sollten. In diesem, nach dem Essener Studentenpfarrer Walter Zielke benannten Heim, der maßgeblich die Solidaritätsbewegung für Lateinamerika in Essen und überregional geprägt hatte, leben heute etwa 18 Jungen, die aus sehr unterschiedlichen Gründen nicht in ihren Familien bleiben können. Sie werden in ihrem Alltagsleben so versorgt, betreut und gestützt, dass ein kontinuierlicher Schule eine Zusammenarbeit mit weitern Projekten im Aconcagua-Tal in Chile.

Viele Jugendliche aus den geförderten Projekten erfüllen heute die Anforderungen, um nach ihrem Schulabschluss ein Studium beginnen zu können. Sie haben durch die Bildungsreform der Chilenischen Regierung zwar die Möglichkeit zu studieren, können aber die finanziellen Mittel für Unterkunft, Lebensunterhalt und Arbeitsmittel nicht aufbringen.

Damit stellten sich für FiFAr e. V. neue Herausforderungen und Aufgaben. In der Stadt Valparaiso wurde ein Studentenwohnheim für Jugendliche aus San Felipe und Los Andes eröffnet. Es sind nicht nur Jugendliche, die aus der Casa Walter Zielke und Divina Providencia kommen, sondern auch Jugendliche aus sehr armen Familien, deren Hauptverdienstquelle in der Saisonarbeit auf den Obstplantagen besteht. Momentan leben im in den verschiedenen Häusern 60 Studentinnen und Studenten, die von dem Projekt profitieren.

Freiwilligenberichte
13.08.2017: Sabrina Jamshidi
Familie und Zusammenhalt
02.07.2017: Luisa Purfuerst
3. Rundbrief
02.07.2017: Isabell Ressel
3. Rundbrief
30.04.2017: Olivia Delahaye
3. Rundbrief
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19.11.2017: Aktuelles
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