Proteste in Chile

Liebe Mitglieder und Freunde von FIFAr,

seit mittlerweile fast 2 Wochen befindet sich Chile in einer außergewöhnlichen Situation. Nach den Fahrpreiserhöhungen der Metro gingen die Menschen auf die Straße. Die Gründe für den Unmut der Chileninnen und Chilenen liegt aber weitreichender. Die soziale Ungleichheit im Land ist sehr groß, vom wirtschaftlichen Fortschritt der letzten Jahrzehnte haben nur sehr wenige Menschen profitiert.

Aus Chile hat uns Mario Sottolichio, der Gründer und Leiter der Casa Walter Zielke, in Video geschickt und wie er die Situation erlebt, die aktuell in Chile herrscht.

Eine (verkürzte) Übersetzung des Videos könnt ihr hier nachlesen

„Das Land erlebt schwierige und intensive Tage.Am Anfang schien es wie eine Studierendenbewegung, die zuletzt gegen die gestiegenen Metropreise demonstrierten. Doch in 24 Stunden haben sich die Demonstrationen auf das ganze Land ausgeweitet. Mehrere Gruppen haben sich zusammengeschlossen und am Anfang haben Tausende sehr friedlich auf der Straße demonstriert, gegen mehr als nur den Preisanstieg der Metrotickets. Die chilenische Bevölkerung fordert schon seit Jahren soziale und politische Veränderungen.Die jetzige Regierung hat einen großen Fehler gemacht, und als Antwort auf die Proteste das Militär auf die Straße geschickt. So etwas gab es seit Beginn der Militärdiktatur nicht mehr. Das hat große Auswirkungen: Der Konflikt hat sich zugespitzt und die Regierung wusste nicht, wie sie darauf reagieren sollte, sie wussten nicht, welche Maßnahmen sie treffen sollten, um zumindest eine Pause der Proteste zu erreichen, um in den Dialog mit den Demonstrierenden treten zu können. Immer noch gehen Hunderttausende auf die Straße, in großen Teilen friedlich. Um 18 Uhr fängt hier die Ausgangssperre an. Manche Jugendliche, vor allem radikalisierte Jugendliche, nutzen diesen Moment aus, um eine Konfrontation mit der Polizei und dem Militär zu suchen. Es ist eine sehr schwierige Situation.Auch für mich ist es eine schwierige Zeit, nicht nur, wegen dem was gerade passiert, sondern auch, da es mich an das, was ich während der Militärdiktatur vor vielen Jahren erleben musste, erinnert.Den vier Freiwilligen von Fifar e.V. geht es den Umständen entsprechend gut und wir tun alles, um die Freiwilligen zu schützen. Auch für sie ist es eine neue und schwierige Situation.Wir müssen uns jetzt dieser Situation stellen, trotz der Schmerzen und der Frustration, die wir erleben, gerade jetzt müssen wir auf die Straße gehen, denn wir haben eine Verantwortung, die Jugendlichen zu unterstützen. Ich danke allen, die an uns denken und uns in dieser schwierigen Zeit unterstützen.“

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